digital
Fernsehen
Digitalfernsehen nennt man die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen
in digitaler Form. Dazu werden die konventionellen (analogen)
Bild- und Audiosignale mit Hilfe von Analog/Digital-Wandler
in digitale Daten verwandelt.
Die Herstellung und Verarbeitung der Bild- und Audiosignale
passiert seit einigen Jahren in digitaler Form. Die
Verbreitung von Bild- und Audiodaten geschieht heute
meist ebenso in digitaler Form. Hierbei wird zwischen
den folgenden Formaten unterschieden:
DVB-T (Digital Video Broadcast - Terrestrisch)
DVB-C (Digital Video Broadcast - Cable)
DVB-S (Digital Video Broadcast - Satelite)
Einige neuere Fernsehgeräte können die digitalen Signale
(Digital Video Broadcast) direkt verarbeiten. Für ältere
analoge Fernsehgeräte muss der digitale Datenstrom mit
entsprechenden Geräten (Digital-Receiver, Set-Top-Boxen)
wieder in analoge Signale zurückverwandelt werden. Teilweise
passiert die Verbreitung der Bild- und Audiosignale
auch heute noch auf analoge Weise. Allerdings geht das
alte analoge Fernsehen dem Ende entgegen.
Das Digitalfernsehen wurde erstmals im Frühjahr 1994
kommerziell per Satellit unter dem Namen DirecTV in
der USA angeboten.
Ende 1993 einigten sich insgesammt zwölf europäische
Länder darauf, möglichst schnell eine Spezifikation
für die Übertragung von digitalen Fernsehsignalen über
Satellit und Kabel zu erstellen. Die Einführung war
bereits für 1995 geplant.
Das daraus gewachsene DVB (Digital Video Broadcast)
wurde in Deutschland dann erstmals am 28. Juli 1996
vom dem dafür neu geschaffenen Pay-TV-Sender DF1 (Digitales
Fernsehen 1) ausgestrahlt. Wegen Erfolglosigkeit, obwohl
es eine großangelegte Werbekampagne gab und populärer
Sportereignisse übertragen wurden, wurde es später mit
dem Bezahlsender Premiere aus dem gleichen Haus, der
Kirch-Gruppe, zusammengelegt. Der mittlerweile börsennotierte
Sender konnte seine Kapazität dank der digitalen Technik
stark ausbauen und viele Extraprogramme z.B. Themenkanäle
in sein Angebot aufnehmen.
Währenddessen begannen beinahe alle überregionalen
deutschen Fernsehsender überwiegend über Astra-Satelliten
des Betreibers SES zusätzlich zur der analogen auch
mit der digitalen Ausstrahlung ihrer Programme. Neben
zusätzlichen extra nur für Digital-Nutzer zugänglichen
Sendern haben vor allem viele neue Spartenprogramme
sowie einige Lokalsender die kostengünstige Digitaltechnik
genutzt. Einige der kleineren Fernsehanbieter schicken
das Fernsehsignal via DSL oder Glasfasernetz durchs
Internet, wo es von Betreibern einer Uplink-Station
aufgenommen und auf den Satelliten überspielt wird.
So werden hohe Übertragungskosten, Bsp. bei einer Richtfunktechnik,
vermieden. Auf dem gleichen Weg wird die räumliche Entfernung
zwischen dem Programmanbieter und den Sendern problemlos
überbrückt.
Durch den flächendeckenden Ausbau des Internets und
der Einführung von DSL und DSL+ als neuem Übertragungsstandard
kann das digitales Fernsehen künftig auch direkt aus
dem Internet empfangen werden. Durch die extremen Downloadraten
bei ADSL2 oder sogar Glasfaser VDSL ist die Qualität
der Programme genauso gut wie über das klassische Kabelnetz
oder per Satellit.
Geschichte der Umsetzung:
Anfang 2003, etwas später als in anderen Ländern (Großbritannien
schon 1996), begann die Einführung von DVB-T, der terrestrischen
Digital Video Broadcast Variante. Im August des Jahres
1996 schaltete dann Deutschland vollständig das analogen
terrestrischen Fernsehens im Großraum Berlin ab. Das
war weltweit eine Vorreiterrolle. Nach Berlin folgten
weitere Gebiete der Umstellung auf DVB-T.
Seit 2004 werden in Europa einzelne Sendungen oder
auch Versuchskanäle in HDTV-Norm ausgestrahlt.Mittlerweile
wird aber außerst heftig darüber diskutiert, ob es zulässig
wäre eine digitale"Grundgebühr" für Fernsehprogramme
wie RTL, Sat1 oder Pro7 einzuführen. Diese wollten eben
die genannten Fernsehbetreiber mittelfristig im Kabel
und auch über Satellit einführen.
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